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Waldrapp News

Noch mehr «Schräge Vögel» in Bern – Der Waldrapp soll wieder «Schweizer» werden

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08Aug

Sind Sie dabei? Am 8. September 2018 findet das bei Klein und Gross beliebte Dählhölzli-Fest statt. Der Eintritt ist wie immer frei. Kommen Sie vorbei, geniessen die entspannte Atmosphäre und erfahren mehr über die «schrägen Vögel» von Bern.

 

Im frühen Ägypten wurde der Waldrapp (Gerionticus eremita) als Lichtbringer und noch heute im Nahen Osten als Glücksbringer verehrt. In Europa hingegen galt der unter dem Namen «Schopfibis» bekannte Vogel als Delikatesse und wurde vom Adel und Klerus genussvoll ver- spiesen. Conrad Gessner beschrieb im 16. Jahrhundert den heimischen Vogel, bezeichnete ihn als Waldrapp, und ordnete ihn den Ibisvögeln zu. Auch beschrieb er die beste Zubereitung der möglichst jungen Vögel. Aufgrund der übermässigen Bejagung zählt der Waldrapp heute leider zu den bedrohtesten Vogelarten weltweit. In Mitteleuropa verschwand die Art Mitte des 17. Jahrhunderts. Die einzige überlebensfähige Freilandpopulation existiert im Nationalpark Souss Masse in Marokko.

Mit seinem roten Kahlkopf, dem gebogenen Schnabel und dem gefiederten Hals ist der Wald- rapp wahrlich ein «schräger Vogel». In Europa laufen intensive Wiederansiedlungsversuche, um den Waldrapp als Brutvogel wieder zu etablieren. Im Rahmen des Europäischen LIFE+EU-Projektes, das unter anderem vom WWF unterstützt wird, soll der Waldrapp wieder als echter Zugvogel angesiedelt werden. Im Rahmen dessen werden Nachzuchten aus Tierparks ausgewildert und über die Alpen in ein italienisches Überwinterungsgebiet begleitet, um von dort mit ihren Artgenossen im Frühjahr selbstständig nach Norden zu fliegen. Ziel des EU-Projekts ist es, eine eigenständige europäische Waldrapp-Population zu schaffen, deren Tiere wieder ein Zugverhalten wie ihre Vorfahren zeigen. Auch in der Schweiz soll er mit vereinten Kräften wieder angesiedelt werden. Der Tierpark Bern wird sich zusammen mit Zoo Schweiz für dieses Projekt einsetzen und plant eine neue Waldrappvoliere für die Zucht dieser «schrägen Vögel».

Wir blicken auf viele Jahre Erfahrung mit dem «schrägen Vogel» zurück. Von 1978 bis 2008 konnten die Gäste im Dählhölzli den Waldrapp erleben. Da die Volieren im Dählhölzli aber eine tiergerechte Anlagengestaltung nicht zuliessen, gaben wir die Haltung auf. Nun soll die Rück- kehr, im Gesamtschweizer und Europäischen Kontext, mit Teilnahme an der Wiederansiedlung angegangen werden. Und hierfür benötigen wir eine neue tiergerechte Grossvoliere – was meinen Sie dazu? Möchten Sie uns helfen? Schreiben Sie uns!